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Fledermauskontrolle im Museumsdorf, Foto: Waas (LBV)
Fledermauskontrolle im Museumsdorf, Foto: Waas (LBV)

Fledermausschutz im Museumsdorf in Tittling

Einige Fledermausarten suchen gerne die Nähe zum Menschen. Auf Dachböden, hinter Fensterläden oder Hausverkleidungen finden sie sichere Verstecke, um sich tagsüber auszuruhen oder geschützt ihre Jungen groß zu ziehen. Besonders dort, wo diese Versteckmöglichkeiten durch Sanierungen verloren gehen, kann der Mensch den seltenen und geschützten Tieren durch Fledermausbretter unter die Arme greifen.

 

Im Museumsdorf bei Tittling hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) vor knapp zehn Jahren sieben Holzkästen an alten Stadeln angebracht. Auf den ersten Blick hat man den Eindruck: „Das braucht man hier doch nicht!“. Tatsächlich finden die Fledermäuse in den alten Holzhäusern viele Einflugmöglichkeiten, Spalten und Nischen, wo sie ungestört schlafen können.

 

Bei der Kontrolle der Kästen konnten trotzdem in über der Hälfte Kotspuren gefunden werden. Fledermäuse haben gerne ein bisschen Auswahl, damit sie je nach Witterung dorthin ziehen können, wo die Temperatur für sie angenehm ist. Im Museumsdorf sind diese Bedingungen optimal. Außerdem finden die nächtlichen Flattertiere hier ein wunderbares Umfeld: Es gibt angelegte Bauerngärten mit Blumen, einen kleinen Teich, Wiesen, Weiden und Bäume. Damit ist auf jeden Fall für ausreichend Nahrung gesorgt, denn die abwechslungsreiche Landschaft garantiert auch einen Reichtum an Insekten, von dem sich die Fledermäuse ernähren.

 

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Naturpark Bayerischer Wald und LBV und wird von der Regierung von Niederbayern über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien gefördert. Wer neugierig geworden ist, kann das Museumsdorf ganzjährig zu den Öffnungszeiten besuchen. 

Bei einsetzender Dämmerung jagte eine Gruppe Abendsegler über dem Museumsdorf, Foto: Höltl
Bei einsetzender Dämmerung jagte eine Gruppe Abendsegler über dem Museumsdorf, Foto: Höltl

Nachts im Museum

Ende Juli wurde heuer eine Fledermausnacht für alle Interessierten im Museumsdorf angeboten. Über 30 Teilnehmer, vom Vorschulkind bis zum Senior, konnten gemeinsam mit dem LBV beeindruckende Museumsgelände umrunden, als abends die Tore für die Besucher eigentlich schon geschlossen waren. Nach einer spielerischen Einführung zum Leben wurde das Gelände mit Taschenlampe und Fledermausdetektor abgesucht. Besonders beeindruckend war eine Gruppe Abendsegler, die in der Dämmerung minutenlang beim Jagen hoch über den Dächern der alten Bauernhäuser beobachtet werden konnten.

Das Museumsgelände ist ein Paradies für Fledermäuse. Nicht nur die Nähe zum Burgsee lädt zum erfolgreichen jagen. In den alten Häusern und Stadeln gibt es jede Menge Verstecke, angelegte Bauerngärten und ein kleiner Bachlauf versprechen einen reich gedeckten Tisch. 

Wer das nächste Mal gerne selbst dabei sein möchte, kann sich gerne mit uns oder dem Museumsdorf in Verbindung setzen.

Lust aktiv zu werden?

Bauanleitung für einen einfachen Fledermausflachkasten

Fledermausflachkasten aus Holz zum Selberbauen (Skizze: Waas, LBV)
Fledermausflachkasten aus Holz zum Selberbauen (Skizze: Waas, LBV)

Materialliste

Ungehobelte Bretter (25 mm stark):

300 x 750 mm (Rückwand),

300 x 500 mm (Front),

300 x 100 mm (Dach),

30 x 750 mm (Seitenwände, von 30 auf 20 mm verjüngend!),

25 x 250 mm (Kotleiste),

Dachpappe und Dachpappnägel,

zum Befestigen an Bäumen eine Leiste mit ca. 1 m Länge und 2 Alunägel,

Schrauben, Hammer, Säge, Schraubenzieher

 

 

und so geht´s

Die Bauteile nach Bauplan aussägen und zusammenschrauben (vorbohren). Vorderseite und Dach mit Dachpappe verkleiden.

Bretter nicht hobeln oder schleifen, weil sich die Fledermäuse auf rauhem Holz besser festhalten können. Die Rückwand kann auch noch mit Rillen ergänzt werden, um den Fledermäusen das Klettern zu erleichtern (am einfachsten mit einer sehr flach eingestellten Kreissäge).

Noch ein paar Tipps ...

Der hier beschriebene Kasten ist als Schlafplatz für mehrere Arten geeignet und muss nicht gereinigt werden. Mit Hilfe einer Taschenlampe oder eines Endoskops kann man von unten hineinsehen. Fledermauskästen sollte man in Gruppen von 3 – 5 Stück an einigen beieinander stehenden Bäumen in 3 – 5 m Höhe aufhängen. Es ist günstig, wenn einige der Kästen teilweise besonnt sind, andere nicht. Dadurch haben Fledermäuse mehrere Quartiere zur Auswahl und können z.B. bei kaltem Wetter an einen sonnigeren Platz wechseln. Der Anflug muss frei von Zweigen sein. Auch an Hauswänden, Scheunen und Brücken kann man Kästen aufhängen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man sich darauf einstellen, dass es manchmal Jahre dauern kann bis der Kasten tatsächlich genutzt wird.